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Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Kommen. Staunen. Geniessen.
Motiv der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Aus berufener Feder

Rund um den Bauernkrieg entstand eine Vielzahl an Publikationen, beginnend mit der Flugschrift „12 Artikel der Bauernschaft“, die 1525 gedruckt wurde. Auch zum Thema „Macht und Widerstand“ stellen wir hier einige Bücher vor. Lesen Sie weiter!

Programmatisch

Flugschrift „12 Artikel der Bauernschaft“:
„Dye grundtlichen vnd rechten haupt artickel, aller baurschafft vnnd hyndersessen der gaistlichen vnd weltlichen oberkayten, von wo(e)lchen sy sich beschwert vermainen“, erschienen 1525 in Memmingen.

Wichtigste Schrift im Bauernkrieg, die in 25 Auflagen erschien. Die Bauern um Sebastian Lotzer und Christoph Schappler stellten darin ihre sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und religiösen Forderungen zusammen.

Reformatorisch

Martin Luther:
„Ermahnung zum Frieden auf die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“, erschienen im April 1525. 

In seinen Schriften, die weite Verbreitung fanden, übte der Augustinereremit und Theologe Martin Luther (1483–1546) Kritik an den herrschenden Zuständen. In dieser Schrift nahm er Stellung zu den 12 Artikeln der Aufständischen. Sie bezogen sich teils auf seine Ideen. 

Unnachsichtig

Martin Luther:
„Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren“, erschienen im Mai 1525.

In dieser Schrift nimmt Martin Luther Stellung gegen die Bauern und fordert die Obrigkeit zur harten Bestrafung auf.

Zeitgenössisch

Peter Harer:
„Wahrhafte und gründliche Beschreibung des Bauernkrieges“, herausgegeben von Günther Franz (Schriften der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 25), Kaiserslautern 1936.

Der Chronist Peter Harer (um 1485–1555?) war Sekretär und Rat am Hof des Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz. Er wurde durch seine Schilderung des Bauernkrieges bekannt, an dem er selbst auf Seiten des Kurfürsten teilnahm.

Fränkisch

Lorenz Fries:
„Die Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken“, Nachdruck in zwei Bänden im Jahr 1883.

Lorenz Fries (1489 oder 1491–1550) war fürstbischöflicher Sekretär, Rat und Archivar. Er gilt als der bedeutendste fränkische Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts. Seine Hauptwerke aus heutiger Sicht sind „Die Würzburger Bischofs-Chronik“ und „Die Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken“.

Fiktiv

Wilhelm Hauff:
„Lichtenstein“, 1826.

Wilhelm Hauff (1802–1827) griff in seinem historischen Roman die Ereignisse um den Konflikt zwischen Herzog Ulrich von Württemberg und dem schwäbischen Bund 1519 auf. Die Protagonisten sind später teils auch Akteure im Bauernkrieg.

Umfassend

Wilhelm Zimmermann:
„Allgemeine Geschichte des großen Bauernkrieges“, 3 Bände, Stuttgart 1841 bis 1843.

Wilhelm Zimmermann (1807–1878) war Theologe, Dichter, Historiker und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, der verfassunggebenden württembergischen Landesversammlung sowie des württembergischen Landtags. Er verfasste die erste zusammenfassende Geschichte des Bauernkrieges von 1525. Dabei war sein Blick durch den Wunsch nach Reformen und Veränderungen in seiner eigenen Zeit geprägt. 

Stürmisch

Johann Wolfgang von Goethe:
„Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“, Schauspiel, 1773.

Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) stellte das Leben des fränkisch-schwäbischen Reichsritters Götz von Berlichingen in den Mittelpunkt seines Dramas. Das Stück gilt als ein Hauptwerk der Sturm-und-Drang-Zeit, einer Strömung der deutschen Literatur in der Epoche der Aufklärung.

Kritisch

Friedrich Schiller:
„Die Räuber“, Schauspiel, 1781.

Das Stück von Friedrich Schiller (1759–1805) wurde 1782 in Mannheim uraufgeführt. Die Aufführung besuchte Schiller trotz eines Reiseverbots. Die in den „Räubern“ enthaltene Kritik am Despotismus wiederum führte zum endgültigen Zerwürfnis mit seinem Dienstherrn Herzog Carl Eugen von Württemberg.

Freiheitlich

Friedrich Schiller:
„Wilhelm Tell“, Schauspiel, 1804.

Der Dichter Friedrich Schiller (1759–1805) schildert in seinem Drama die Geschichte des legendären Schweizer Freiheitskämpfers Wilhelm Tell.

Revolutionär

Emma Herwegh:
„Zur Geschichte der deutschen demokratischen Legion aus Paris. Von einer Hochverrätherin“, Levy, Grünberg 1849.

Die unkonventionelle Emma Herwegh, geborene Siegmund (1817–1904), kämpfte an der Seite ihres Mannes Georg Herwegh in der Badischen Revolution 1848/49. Mit 31 Jahren verfasste sie diesen Erfahrungsbericht über ihre Erlebnisse in der Revolution und deren Verlauf. 

Aufständisch

Georg Herwegh:
Werke und Briefe. Kritische und kommentierte Gesamtausgabe. 6 Bände, herausgegeben von Ingrid Pepperle in Verb. mit Volker Giel, Heinz Pepperle, Norbert Rothe und Hendrik Stein, Bielefeld 2005–2019.

Georg Herwegh (1817–1875) besuchte das Seminar in Kloster Maulbronn. Der Schriftsteller und Publizist studierte Theologie und Rechtswissenschaften, desertierte aus dem Militärdienst und beteiligte sich an der Badischen Revolution 1848/49.

Wahrhaftig

Ottmar Schönhuth:
„Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Eine gar unterhaltende, aber doch wahrhaftige Historie. Mit schönen Figuren. Auf's Neue für das Volk erzählt nach des Ritters eigener Lebensbeschreibung, sowie andern glaubhaften Nachrichten“, 1844. 

Ottmar Schönhuth (1806–1864) war evangelischer Pfarrer, Schriftsteller und Heimatforscher. Nach Besuch des Seminars in Kloster Schöntal und einem Theologiestudium in Tübingen kam er nach Edelfingen bei Mergentheim. Er war Mitgründer des bis heute aktiven Historischen Vereins für Württembergisch Franken. Sein Werk „Die Burgen, Klöster, Kirchen und Kapellen Württembergs und der Preußisch-Hohenzollernschen Landestheile bzw. Badens und der Pfalz“ erschien 1860/61 in sieben Teilen. Schönhuth zählte Ludwig Uhland, Justinus Kerner, Gustav Schwab und Joseph von Laßberg zu seinen Bekannten, mit Eduard Mörike war er befreundet.

Kämpferisch

Felix Fechenbach:
„Im Haus der Freudlosen. Bilder aus dem Zuchthaus. Dem Andenken Kurt Eisner's, der in den Tod ging für seine Überzeugung“, 1925.

„Felix Fechenbach hat seine Erinnerungen an die Strafanstalt Ebrach herausgegeben. Dieser „Novemberverbrecher“ ist kein pathetisch rollender Klassenkämpfer, sondern ein Sozialist aus Humanität, ein milder und vielleicht etwas knabenhafter Mensch. So wird aus den Erinnerungen an seine Kerkerzeit keine Streitschrift, sondern ein Bündel leicht lyrisch getönter Skizzen. Ein Wehmütiger lebte 28 Monate in dieser kleinen eingegitterten Welt des Elends, in der für jeden Schmerzensruf Arrest droht. Die Gefängnisgesichter sind sicher und lebensvoll festgehalten: Mitgefangene, Wärter und schließlich, eine vorzüglich gelungene Studie, der Herr Direktor." Beschreibung von Carl von Ossietzky in „Das Tage-Buch“, 25. April 1925.

Politisch

Hannah Arendt:
„Macht und Gewalt“, Eine Studie über Abgrenzungen und Überschneidungen von Macht und Gewalt, 1970.

Die politische Theoretikerin und jüdische deutsch-US-amerikanische Publizistin Hannah Arendt (1906–1975) legt in dieser Studie eine politische Theorie der Begriffe Macht und Gewalt vor.

Philosophisch

Elias Canetti:
„Masse und Macht“, 1960.

Der Schriftsteller Elias Canetti (1905–1994) befasste sich 30 Jahre lang mit dem Thema, bevor sein philosophisches Werk – unter anderem über die Macht im totalitären System – erschien. Er stellte Fragen wie: Warum geht von einer Masse eine Faszination aus, der man sich als Einzelner kaum entziehen kann? Welchen „Gesetzmäßigkeiten“ folgt eine eigentlich chaotische Menschenansammlung?

Biographisch

Peter Blickle:
„Der Bauernjörg. Feldherr im Bauernkrieg. Georg Truchsess von Waldburg. 1488–1531“, München 2015.

Einer der führenden Forscher zum Bauernkrieg ist der Historiker Peter Blickle (1938–2017). Er beschäftigte sich eingehend mit der Geschichte Oberschwabens. Die Biografie von Georg Truchsess diente ihm als Aufhänger für eine Geschichte des Bauernkriegs.

Ursächlich

Peter Blickle:
„Der Bauernkrieg. Die Revolution des Gemeinen Mannes“, Beck'sche Reihe Band 2103, 2018.

In diesem Sachbuch beschreibt der Historiker den Bauernkrieg als „Revolution des gemeinen Mannes“ und geht der Frage nach, wer sich an den Aufständen 1525 beteiligte.